Mexiko nimmt auf der globalen iGaming-Landkarte einen besonderen Platz ein. Es ist einer der größten Märkte Lateinamerikas mit einer Bevölkerung von mehr als 125 Millionen Menschen, einem stetigen Wachstum digitaler Zahlungssysteme und einer hohen Nutzeraktivität im Bereich der Online-Unterhaltung. Gleichzeitig vereint das Land erhebliches kommerzielles Potenzial mit einem komplexen und in vielerlei Hinsicht widersprüchlichen rechtlichen Umfeld, was die Einführung eines Online-Casinos hier sowohl attraktiv als auch rechtlich sensibel macht.
Das zentrale Merkmal des mexikanischen Marktes besteht darin, dass Online-Casinos faktisch erlaubt, jedoch nicht unmittelbar durch ein eigenes Gesetz reguliert sind. Das grundlegende Gesetz wurde lange vor dem Aufkommen des Internets verabschiedet und enthält keine ausdrücklich dem Online-Glücksspiel gewidmeten Bestimmungen. Stattdessen erfolgt die Regulierung durch untergesetzliche Normen, Verwaltungspraxis und Auslegungen der Aufsichtsbehörde – des Innenministeriums (SEGOB). Infolgedessen ist das Online-Format ausschließlich als Erweiterung einer lizenzierten Offline-Tätigkeit zulässig und nicht als eigenständige Geschäftsart.
In diesem Artikel analysieren wir wie das Modell zur Einführung eines Online-Casinos in Mexiko tatsächlich funktioniert, welche rechtlichen Beschränkungen zu berücksichtigen sind und welche Schritte realistisch erforderlich sind, um in den Markt einzutreten.
Rechtsstatus von Online-Casinos in Mexiko
Sind Online-Casinos in Mexiko legal
Die Frage nach der Legalität von Online-Casinos in Mexiko lässt sich nicht in der binären Logik „erlaubt / verboten“ beantworten. Das mexikanische Glücksspielregulierungsmodell ist anders aufgebaut: Online-Glücksspiel ist nicht unmittelbar geregelt, wird jedoch durch die Verwaltungspraxis der Aufsichtsbehörde zugelassen.
Grundgesetz: Ley Federal de Juegos y Sorteos
Das Bundesgesetz Ley Federal de Juegos y Sorteos wurde im Jahr 1947 verabschiedet und bildet bis heute die Grundlage der Glücksspielregulierung in Mexiko. Sein zentrales Prinzip ist ein allgemeines Glücksspielverbot mit einer Liste zulässiger Ausnahmen, die vom Staat genehmigt werden können.
Das Gesetz war ursprünglich für Offline-Formate konzipiert und enthält keinen einzigen Verweis auf das Internet, Online-Plattformen oder die Annahme von Wetten aus der Ferne. Dies bedeutet, dass Online-Casinos nicht ausdrücklich verboten, jedoch auch nicht durch eine spezielle Norm legalisiert sind.
Gerade diese Konstellation ermöglichte es der Aufsichtsbehörde, das heutige Modell zur Zulassung von Online-Aktivitäten zu entwickeln.
Verordnungen und die Rolle von SEGOB
Die praktische Regulierung des Glücksspiels erfolgt nicht durch das Gesetz selbst, sondern durch dessen Verordnungen sowie durch Verwaltungsentscheidungen des mexikanischen Innenministeriums (Secretaría de Gobernación, SEGOB). Innerhalb der Struktur von SEGOB ist die zentrale Behörde die Dirección General de Juegos y Sorteos (DGJS) — dieses Organ erteilt Genehmigungen, überwacht Betreiber und bestimmt die zulässigen Geschäftsmodelle.
SEGOB fungiert als zentrale Regulierungsbehörde, da das Gesetz ihm ausschließliche Befugnisse zur Auslegung und Anwendung der Glücksspielvorschriften einräumt.

Online-Casinos als Erweiterung einer Offline-Lizenz
Online-Aktivitäten dürfen ausschließlich im Rahmen einer Lizenz durchgeführt werden, die für ein landbasiertes Casino oder für Buchmacheraktivitäten erteilt wurde.
Die rechtliche Logik dieses Modells ist wie folgt:
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SEGOB erteilt eine Genehmigung (permiso) für eine bestimmte Art von Glücksspielaktivität;
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das Online-Format wird als zusätzlicher Vertriebskanal derselben Dienstleistung betrachtet und nicht als neue Geschäftstätigkeit;
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der Betreiber muss nachweisen, dass die Online-Casino-Plattform, die casino software und die technische Infrastruktur der Casino-Plattform technologisch, finanziell und rechtlich vom selben Lizenzinhaber kontrolliert werden.
Aus diesem Grund ist die Eröffnung eines Online-Casinos in Mexiko nur über einen lizenzierten Offline-Betreiber möglich. Das Fehlen einer eigenen Offline-Lizenz schließt die Möglichkeit legaler Online-Tätigkeiten automatisch aus, unabhängig davon, ob ausländische Lizenzen vorliegen oder das Unternehmen außerhalb des Landes registriert ist.

Anforderungen an Betreiber von Online-Casinos in Mexiko
Die zentrale Anforderung der Aufsichtsbehörde besteht darin, dass nur eine mexikanische juristische Person als Antragsteller und Betreiber von Glücksspielaktivitäten auftreten darf. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob es sich um ein landbasiertes Casino oder um eine Online-Plattform als Erweiterung einer Lizenz handelt.
Gleichzeitig verbietet das mexikanische Recht ausländisches Eigentum nicht. Gründer und wirtschaftlich Berechtigte dürfen ausländische natürliche oder juristische Personen sein, sofern die Eigentümerstruktur ordnungsgemäß offengelegt wird und die steuer- und gesellschaftsrechtlichen Anforderungen erfüllt sind.
In der Praxis werden am häufigsten folgende Rechtsformen verwendet:
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S.A. de C.V. (Sociedad Anónima de Capital Variable) — entspricht einer Aktiengesellschaft und ist das gebräuchlichste Format für iGaming-Projekte, die Online-Casino-Software eines Anbieters von iGaming-Software nutzen;
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S. de R.L. de C.V. (Sociedad de Responsabilidad Limitada) — entspricht einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung und eignet sich für geschlossene Strukturen mit einer begrenzten Anzahl von Gesellschaftern.
Beide Formen werden von SEGOB als zulässig für Glücksspielaktivitäten anerkannt. Das Gesetz legt kein Mindeststammkapital fest; in der Praxis prüft die Aufsichtsbehörde jedoch die finanzielle Leistungsfähigkeit des Unternehmens anhand von Berichten, Finanzierungsquellen und Bankgarantien.
Warum ein ausländischer Betreiber keine Lizenz direkt erhalten kann
Trotz der Zulässigkeit ausländischer Beteiligungen kann ein ausländisches Unternehmen keine SEGOB-Lizenz direkt erhalten. Dies beruht auf einer Kombination aus rechtlichen und praktischen Faktoren.
Erstens gehen das Ley Federal de Juegos y Sorteos und seine Verordnungen davon aus, dass eine Genehmigung nur an ein Unternehmen erteilt wird, das vollständig der mexikanischen Gerichtsbarkeit unterliegt. Eine ausländische juristische Person erfüllt dieses Kriterium nicht.
Zweitens lehnt die Verwaltungspraxis der DGJS seit vielen Jahren konsequent Anträge ab, die unmittelbar von ausländischen Unternehmen eingereicht werden. Selbst bei Vorliegen internationaler Lizenzen gelten solche Anträge als unzulässig.
Drittens werden Versuche, diese Anforderungen durch Strohkonstruktionen oder fingierte Managementverträge zu umgehen, als graue oder illegale Modelle eingestuft. Zu den Hauptrisiken solcher Strukturen gehören:
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Ablehnung der Genehmigung von Online-Aktivitäten;
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Widerruf der bestehenden Genehmigung des Partners;
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Sperrung von Zahlungskanälen;
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fehlender Rechtsschutz in Mexiko.
Aus diesem Grund gelten alle Projekte, die nicht auf einer vollwertigen mexikanischen Rechtsstruktur und einer SEGOB-Genehmigung beruhen, als hochriskant.

Partnerschaftsmodell mit einem lizenzierten Betreiber
Das einzige legale Modell für den Eintritt in den mexikanischen Online-Casino-Markt ist eine Partnerschaft mit einem lizenzierten Betreiber, der über eine gültige SEGOB-Genehmigung verfügt — den sogenannten Permit Holder.
Der Permit Holder ist ein Unternehmen, das eine von der DGJS erteilte Lizenz für ein landbasiertes Casino oder für Buchmacheraktivitäten besitzt. Dieses Unternehmen tritt gegenüber der Aufsichtsbehörde formell als Betreiber des Online-Casinos auf, selbst wenn die tatsächliche Plattform, die Marke, die Online-Casino-Plattform und das operative Management dem Partner gehören.
Rechtlich wird ein solches Modell ausgestaltet durch:
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eine Vereinbarung über gemeinsame Tätigkeit oder eine strategische Partnerschaft;
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ein Vertrag über die Bereitstellung einer Casino-Plattform oder der Technologie eines Anbieters von iGaming-Software;
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eine Vereinbarung über die Verteilung von Erlösen und Haftung;
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in einigen Fällen — der Erwerb einer Beteiligung am Permit Holder.
In der Praxis werden mehrere Standardformate der Zusammenarbeit verwendet:
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Revenue Share — ein Prozentsatz des GGR oder NGR zugunsten des lizenzierten Betreibers;
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Fixe Gebühr + Prozentsatz — ein kombiniertes Modell;
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Equity-Partnerschaft — Erwerb einer Beteiligung am lizenzierten Unternehmen.
Es ist wichtig zu beachten, dass SEGOB seit 2023–2024 die Kontrolle über solche Modelle verschärft hat. Die Aufsichtsbehörde verlangt, dass der Permit Holder die tatsächliche operative und rechtliche Kontrolle über die casino software und die Online-Casino-Plattform behält und nicht lediglich als nominelle Partei auftritt.

Wie man ein Online-Casino in Mexiko startet: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die Eröffnung eines Online-Casinos in Mexiko ist ein sequenzieller Prozess, bei dem jeder Schritt vom vorhergehenden abhängt. Ein Fehler oder eine Auslassung in nahezu jeder Phase führt in der Regel zu einer Ablehnung durch die Aufsichtsbehörde oder zu erheblichen Verzögerungen.
Schritt 1. Unternehmensregistrierung in Mexiko
In der Regel wird eine S.A. de C.V. oder eine S. de R.L. de C.V. mit ausländischen Gesellschaftern registriert. Das Verfahren umfasst:
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Beurkundung der Gesellschaftsgründung bei einem Notar;
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Erhalt einer Steuernummer (RFC) bei der SAT;
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Eröffnung eines Firmenbankkontos;
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Erteilung von Vollmachten an lokale Vertreter.
Eine physische Anwesenheit der Gründer in Mexiko ist nicht erforderlich — der Prozess kann über einen rechtlichen Vertreter aus der Ferne abgeschlossen werden.
Schritt 2. Auswahl eines lizenzierten Partners
Die Schlüsselphase des gesamten Projekts ist die Auswahl eines Permit Holders mit gültiger SEGOB-Lizenz. Status und Reputation des Partners bestimmen unmittelbar die Erfolgsaussichten der Genehmigung des Online-Formats.
In dieser Phase werden durchgeführt:
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rechtliche Due-Diligence-Prüfung der Lizenz (Gültigkeit, Einschränkungen, Historie);
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Analyse der Beziehungen des Partners zur Aufsichtsbehörde;
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Bewertung seiner Bereitschaft, die operative Kontrolle zu behalten.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Regulator Partner, die Lizenzen lediglich nominell zur Verfügung stellen, negativ beurteilt. Der Permit Holder muss tatsächlich in das Projekt eingebunden sein.
Schritt 3. Rechtliche und kommerzielle Strukturierung
Nach Auswahl des Partners wird die vertragliche Architektur des Projekts festgelegt. Dieser Block wird von SEGOB bei der Entscheidungsfindung am häufigsten geprüft.
Typischerweise umfasst die Struktur:
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eine Partnerschafts- oder Joint-Venture-Vereinbarung;
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einen Vertrag über die Nutzung oder Verwaltung der online casino plattform;
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ein Finanzmodell (Revenue Share, fixe Zahlungen, Hybridmodell);
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die Zuweisung von Verantwortlichkeiten, einschließlich AML/KYC und Auszahlungspflichten.
In dieser Phase ist es entscheidend, die Übereinstimmung zwischen dem vertraglichen Modell und dem tatsächlichen Betriebsschema sicherzustellen. Abweichungen werden vom Regulator als Risiko bewertet.
Schritt 4. Plattformvorbereitung und Zertifizierung
Die Online-Casino-Plattform muss technisch bereit sein, bevor die Unterlagen bei der SEGOB eingereicht werden. Für Betreiber, die eine schlüsselfertige Online-Casino-Plattform kaufen, umfasst die Vorbereitung die Konfiguration für den mexikanischen Markt, die Integration von Zahlungslösungen und die Implementierung von KYC-Systemen.
Die Vorbereitung umfasst:
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Anpassung der Plattform an den mexikanischen Markt;
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Integration von Zahlungslösungen;
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Implementierung von KYC- und AML-Systemen;
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Vorbereitung von Berichts- und Transaktionsprotokollen.
Zwingende Voraussetzung ist ein Audit des RNG und der Kernsysteme durch ein akkreditiertes Labor (z. B. GLI oder BMM Testlabs). Die Zertifikate werden dem Antrag beigefügt und von der Aufsichtsbehörde geprüft.
Schritt 5. Einreichung der Unterlagen bei SEGOB
Der Antrag bei der Dirección General de Juegos y Sorteos wird ausschließlich durch den Permit Holder eingereicht. Das Dokumentenpaket umfasst:
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Gesellschaftsunterlagen des Lizenzinhabers;
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Verträge mit Partnern;
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technische Dokumentation der Plattform;
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Audit-Zertifikate;
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finanzielle Garantien und Bestätigung der Mittelherkunft.
In dieser Phase sind zusätzliche Rückfragen des Regulators möglich. Deren schnelle und präzise Bearbeitung ist entscheidend für die Einhaltung der Fristen.
Schritt 6. Start und operativer Betrieb
Nach Erhalt der SEGOB-Genehmigung kann das Online-Casino in den kommerziellen Betrieb gehen. Die regulatorische Aufsicht endet jedoch nicht mit dem Start.
Der Betreiber ist verpflichtet:
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regelmäßig Berichte einzureichen;
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steuerliche und AML-Vorschriften einzuhalten;
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die Kontrolle der Plattform durch den Permit Holder sicherzustellen;
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zeitnah auf Anfragen der Aufsichtsbehörde zu reagieren.
Alle wesentlichen Änderungen in der Projektstruktur, der Plattform oder den Partnerschaftsbeziehungen bedürfen einer zusätzlichen Genehmigung.

Steuern und das Finanzmodell von Online-Casinos in Mexiko
Das wirtschaftliche Modell eines Online-Casinos in Mexiko entsteht im Zusammenspiel von Bundesrecht, regionalen Vorschriften und kommerziellen Vereinbarungen mit dem lizenzierten Permit Holder. Das Verständnis der Steuerlast und der Erlösstruktur ist entscheidend für die Bewertung der Rentabilität und die Investitionsplanung.
Bundessteuern
Zu den wichtigsten Bundessteuern für Online-Casinos gehören:
1. IEPS (Impuesto Especial sobre Producción y Servicios)
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Eine Sondersteuer auf Produktion und Dienstleistungen, die auf Glücksspiel- und Wettaktivitäten angewendet wird.
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Die Sätze variieren je nach Art der Tätigkeit, betragen jedoch im Durchschnitt 20–30 % der Bruttoeinnahmen des Betreibers.
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Die Steuer wird vom Permit Holder gezahlt, der anschließend die Erlöse gemäß dem Partnerschaftsmodell verteilt.
2. Körperschaftsteuer (ISR, Impuesto sobre la Renta)
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Standardmäßige Körperschaftsteuer.
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Der Satz beträgt 30 % für juristische Personen, einschließlich Einkünften aus Glücksspielaktivitäten.
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Die ISR wird auf Basis des Nettogewinns nach Abzug der Kosten berechnet, einschließlich Partnerzahlungen und Betriebsausgaben.
Regionale und indirekte Abgaben
In Mexiko wird die Bundesregulierung durch staatliche und kommunale Abgaben ergänzt, die erheblich variieren können:
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Rolle der Bundesstaaten: Jede föderale Einheit hat das Recht, Gebühren auf Glücksspielaktivitäten zu erheben, einschließlich Lizenzgebühren, Patentabgaben und Umsatzsteuern.
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Mögliche Unterschiede: In einigen Bundesstaaten kann der Satz 5–10 % der Einnahmen erreichen, in anderen ist er auf fixe Zahlungen beschränkt.
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Für Online-Casinos ist der Sitz des Permit Holders maßgeblich, da dessen Jurisdiktion die regionalen Abgaben bestimmt.
Darüber hinaus können indirekte Steuern anfallen, beispielsweise Mehrwertsteuer (IVA), wenn Zahlungssysteme oder Dienstleister in Mexiko ansässig sind.
Technische und regulatorische Anforderungen an Online-Casinos
Der Betrieb eines Online-Casinos in Mexiko erfordert die Einhaltung strenger technischer, Compliance- und Sozialverantwortungsstandards. Diese Anforderungen stärken das Vertrauen der Nutzer und ermöglichen einen rechtssicheren Betrieb, auch bei Modellen wie einem schlüsselfertiges online casino.
Plattformzertifizierung
Der Zufallszahlengenerator (RNG) ist ein zentrales Element der Plattform. SEGOB verlangt den Nachweis der Fairness und Unvorhersehbarkeit der Spielergebnisse. Zur Bestätigung werden internationale Standards herangezogen:
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GLI (Gaming Laboratories International) — Audit von RNG und Plattform;
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BMM Testlabs — alternatives Labor zur Zertifizierung von Spielen und Wettmanagementsystemen.
Die Plattformzertifizierung umfasst:
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Prüfung des Zufallszahlengenerators;
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Testen der Spiele auf Regel- und Auszahlungskonformität;
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Überprüfung der Integration der Zahlungssysteme und der Berichterstattung.
Nur eine zertifizierte Plattform kann bei der Erweiterung einer Lizenz auf Online-Aktivitäten bei SEGOB eingereicht werden.
AML, KYC und Finanzkontrolle
Die mexikanische Gesetzgebung verlangt eine strikte Einhaltung der Vorschriften zur Geldwäscheprävention (AML) und zur Kundenidentifizierung (KYC):
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Die Kontrolle erfolgt durch die Unidad de Inteligencia Financiera (UIF), die verdächtige Transaktionen überwacht und mit Banken zusammenarbeitet;
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Alle Zahlungssysteme, einschließlich Karten, E-Wallets und — soweit zulässig — Kryptowährungen, müssen in die AML/KYC-Prozesse integriert sein;
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Die Plattform muss eine vollständige Finanzberichterstattung führen und diese der Aufsichtsbehörde auf Anfrage zur Verfügung stellen.
Diese Maßnahmen dienen der Verhinderung von Finanzmissbrauch, Betrug und der Sicherstellung der Einkommenstransparenz.
Verantwortungsvolles Spielen und Beschränkungen
SEGOB und die internationale Praxis verlangen die Umsetzung von Mechanismen für verantwortungsvolles Spielen:
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Mindestalter: 18 Jahre. Die Plattform muss Minderjährige zuverlässig sperren;
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Einsatz- und Einzahlungslimits: Möglichkeit für Spieler, persönliche Beschränkungen festzulegen;
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Selbstausschluss: Spieler müssen sich vorübergehend oder dauerhaft selbst sperren können;
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Marketingbeschränkungen: gezielte Werbung für gefährdete Gruppen ist verboten.

Häufigste Fehler beim Start eines Online-Casinos in Mexiko
Trotz der scheinbaren „Grauzone“ für Online-Glücksspiel überwacht SEGOB Verstöße aktiv und entwickelt eine Praxis der Ablehnungen. Auf Basis realer Fälle lassen sich vier zentrale Fehler identifizieren, die am häufigsten zu Problemen führen.
1. Betrieb ohne lizenzierten Partner
Der Versuch, ein Online-Casino ohne Lizenz eines Permit Holders zu starten, gilt als Gesetzesverstoß. Selbst wenn ein Unternehmen in Mexiko registriert ist und über eine ausländische Lizenz verfügt, wird das Projekt als illegal eingestuft. Die Folgen reichen von der Sperrung von Zahlungssystemen bis zum Risiko strafrechtlicher Haftung der Geschäftsleitung.
2. Nutzung „gemieteter“ Lizenzen
Einige Betreiber versuchen, fremde Lizenzen nominell zu nutzen („Miete“). Der Regulator reagiert hier äußerst streng: die tatsächliche Kontrolle des Permit Holders über die Online-Plattform wird überprüft. Unstimmigkeiten können führen zu:
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Widerruf der Genehmigung;
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Geldbußen;
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Verbot der Zusammenarbeit mit anderen Projekten.
3. Unterschätzung der Steuerlast
Der Fehler liegt in der unvollständigen Berücksichtigung von IEPS, ISR und regionalen Abgaben sowie der Zahlungen an den Permit Holder im Rahmen des Partnerschaftsmodells. Falsche Berechnungen:
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verringern die Projektmargen;
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erhöhen das Risiko von Steuerprüfungen;
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können die Genehmigung der Lizenzerweiterung beeinträchtigen.
4. Ignorieren zukünftiger Reformen
Die mexikanische Glücksspielregulierung befindet sich im Wandel. Das Ignorieren von:
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möglichen Änderungen des Ley Federal de Juegos y Sorteos;
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verschärfter SEGOB-Kontrollen;
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AML/KYC- und Zertifizierungsanforderungen;
kann zu unerwarteten zusätzlichen Auflagen oder Ablehnungen bei der Verlängerung der Lizenz führen.

Fazit
Mexiko bleibt ein strategisch attraktiver Markt für Online-Glücksspiel. Eine begrenzte Zahl lizenzierter Betreiber und eine strenge Regulierung schaffen sowohl hohe Eintrittsbarrieren als auch ein erhebliches Ertragspotenzial für diejenigen, die legal und strukturiert arbeiten.
Für wen Mexiko der richtige Markt ist:
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Unternehmen mit ausreichendem Investitionsvolumen, die bereit sind, Partnerschaften mit einem lizenzierten Permit Holder einzugehen;
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Betreiber mit Fokus auf langfristige und stabile Erträge statt auf einen schnellen „grauen“ Markteintritt;
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Projekte, die technische und finanzielle Transparenz, die Einhaltung von AML/KYC sowie verantwortungsvolles Spielen gewährleisten können.
Wann ein Einstieg jetzt sinnvoll ist:
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Der Markt ist weiterhin konzentriert, mit einer begrenzten Zahl von Permit Holdern, was den strategischen Wert von Partnerschaften erhöht;
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Die Verschärfung der Regulierung macht eine rechtzeitige korrekte Strukturierung zum entscheidenden Erfolgsfaktor;
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Die aktuellen Gesetzesreformen ermöglichen es neuen Marktteilnehmern weiterhin, den Einstieg über bestehende Lizenzinhaber sicher zu planen.